
Grünes Bauen beginnt im Jahr 2026 mit der Fassade
Nach einigen zurückhaltenden Jahren gewinnt die Baubranche langsam wieder an Schwung, doch haben sich die grundlegenden Regeln verändert.
Grünes Bauen beginnt im Jahr 2026 mit der Fassade
Nach einigen zurückhaltenden Jahren gewinnt die Baubranche langsam wieder an Schwung, doch haben sich die grundlegenden Regeln verändert. Im Jahr 2026 wird Erfolg anhand harter Daten, strenger Einhaltung der Vorgaben und langfristigen wirtschaftlichen Wertes festgelegt. Emma Klåvus, Werkstoffingenieurin und Produktmanagerin bei ChromoGenics, erläutert, wie eine Innovation aus Schweden es leichter macht, tatsächlich kohlenstoffneutral zu bauen.
Laut der Europäischen Kommission beträgt der Anteil von Gebäuden am Energieverbrauch und an den Emissionen in Europa rund 40 %. In diesem Jahr wurden die Bestimmungen zu Ökobilanz und Energieeffizienz spürbar verschärft. Da ebenfalls 2026 die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeits-Berichterstattung ihre volle Wirkung entfaltet, sind europäische Unternehmen und Immobilieneigentümer:innen mit einer großen Umstellung konfrontiert: Nachhaltigkeit ist nicht länger nettes Beiwerk, sondern stellt eine gesetzliche Anforderung dar, die erfüllt und dokumentiert werden muss.
„Im Jahr 2026 kommt es nun letztendlich auf die Messbarkeit an. Neue Vorschriften zwingen die Branche dazu, den gesamten Kohlenstoff-Fußabdruck eines Gebäudes von Anfang bis Ende zu ermitteln. Für die Bauunternehmen ist dabei die größte Herausforderung, einen Ausgleich zwischen niedrigen Kohlendioxidemissionen während der Errichtung und einem minimalen Energieverbrauch während der Nutzungsdauer zu finden“, erläutert Klåvus.

Niedrigste CO₂-Option am Markt
Bei Neubauten sind es oftmals die Fassaden, die darüber entscheiden, ob die Werte des gesamten Projektes steigen. Während großflächige Glasfassaden wegen des natürlichen Lichteinfalles und aus ästhetischen Gründen bevorzugt werden, können sie im Falle einer Überhitzung des Gebäudes leicht zu einem Risiko werden. Dieser Frage nimmt sich ChromoGenics mit ConverLight® an – einer dynamischen Lösung für Sonnenschutz, die mithilfe einer einzigartigen Beschichtungstechnologie hergestellt wird, die für eine rekordniedrige Emissionen einsteht. Indem komfortable Wärmeeigenschaften mit maximalem Tageslichteinfall kombiniert werden, unterstützt ConverLight® Bauprojekte dabei, nach BREEAM und LEED herausragende Zertifizierungen als „Outstanding“ oder „Platinum“ zu erhalten, ohne bei der architektonischen Vision Kompromisse machen zu müssen.
„Solar control is often a forgotten item when calculating emissions in the early stages, even though it has such a huge impact. Our latest Environmental Product Declaration (EPD) shows that ConverLight can reduce CO2 emissions in the construction phase by up to 80% compared to other solutions, which places us in a league of our own“, says Klåvus.

Von Uppsala nach Hongkong – auf wenigen Paletten
Allein die elektrochrome Technologie ist hochmodern, doch die Art und Weise, wie sie hergestellt und geliefert wird, ist mindestens genauso ausgereift. Indem das dünne Laminat durch Roll-to-Roll-Sputtern erzeugt wird, erreicht das Unternehmen eine große Flexibilität. So lässt sich die Folie im Werk in Uppsala herstellen und dann zu lokalen Glasverarbeitern überall auf der Welt transportieren, wo das Laminieren in der Nähe der Baustelle erfolgt.
„Derzeit arbeiten wir an einer umfangreichen Lieferung für ein Projekt in Hongkong. Statt 30 Container voll mit schwerem und zerbrechlichem Glas einmal um die Welt zu verschiffen, liefern wir die entsprechende Menge an aktivem Sonnenschutz einfach auf ein paar wenigen Paletten. Dadurch sparen wir nicht nur einen großen Teil der Versandkosten, sondern der Transport erzeugt auch wesentlich weniger Emissionen“, erläutert Klåvus.
Gesenkter Bedarf an teurer Kühlung
Die wirklichen langfristigen Vorteile jedoch sind dann wahrzunehmen, wenn das fertige Gebäude genutzt wird. Nach der Installation wird das System über eine cloudbasierte Schnittstelle gesteuert. In dieser lassen sich einzelne Fensterelemente gruppieren, mittels derer das Klima abschnittsweise präzise und automatisiert gesteuert wird.
Das Glas tönt sich in direkter Reaktion auf das Sonnenlicht, sodass dessen Wärmeeintrag in das Gebäude blockiert wird, bevor es überhaupt das Gebäudeinnere erreicht. In kälteren Jahreszeiten führt die Technologie zu einem umgekehrten Vorteil: Sie dient dann als hochwirksame Isolierschicht, die die Wärme aus dem Inneren zurückhält und das Gebäude ansonsten gegen die Kälte abschirmt. Kürzlich zeigte eine EU-gestützte Studie, die in schwedischen Bürohäusern durchgeführt wurde, dass diese aktive Regulierung den Gesamt-Energieverbrauch um bis zu 40 % verringern kann.
„Durch eine Abstimmung von ConverLight mit der Gebäudeleittechnik lassen sich in vielen Fällen teure Kühlanlagen verkleinern oder gänzlich abschaffen. Bei Projekten, die die höchste Einstufung nach BREEAM oder LEED anstreben, ist dies eine einfacher Weg, sowohl bei der Energieeffizienz als auch beim Raumklima beste Werte zu erreichen“, sagt Klåvus.
Bauen mit langfristiger Perspektive
Sich einfach auf die Suche nach dem niedrigsten Einstiegspreis zu machen, ist wirtschaftlich oft zu kurz gedacht. Emma Klåvus ist der Meinung, dass die Branche über den Blick auf die unmittelbaren Kosten hinwegkommen und sich stattdessen auf den Wert eines Gebäudes über seine gesamte Lebensdauer fokussieren sollte. Dazu ist jedoch ein neuartiges Denken erforderlich, und es müssen bewährte innovative Lösungen zum Einsatz kommen, statt im Status quo zu verharren.
„Es gibt bereits die Technologie, kohlenstoffneutral zu bauen. Indem eine effiziente Produktion mit intelligenter Technik verknüpft wird, errichten wir Gebäude, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern die mithilfe der Sonne der Umwelt – drinnen wie draußen – sogar gut tun“, meint Klåvus.
Über ChromoGenics
ChromoGenics ist ein schwedisches Prop-Tech-Unternehmen, das den europäischen Markt für dynamisches Glas anführt. Hauptsitz und Fertigungswerk des Unternehmens liegen in Uppsala, und dort wird auch ConverLight® entwickelt und produziert – eine intelligente Lösung für energieeffiziente und klimafreundliche Fassaden. Durch die Kombination schwedischer Werkstofftechnik mit einem nachhaltigen Produktionsmodell bietet ChromoGenics der Bauindustrie auf der ganzen Welt die Chance zum Übergang auf Netto-null-Gebäude.